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Mein neues Leben - Kampf mit und gegen ADHS
 

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Verdacht auf ADHS

Am 06.09.07:


Ich weiß noch nicht, ob ich ADHS habe. Ich weiß nichtmal, ob ichs mir wünschen soll, oder nicht. Es wäre eine Erklärung. Eine Erklärung dafür, warum mein Leben so war, wie es ist.
Warum ich zappelig bin, laut, nervig, dauernd anecke, warum ich mich mit allen Kräften zusammenreiße und es immer noch nicht reicht, warum ich das Gefühl habe, mindestens 2 Seelen in meiner Brust zu haben. Warum mich keiner versteht ob wohl ich doch die gleiche Sprache spreche - dachte ich zumindest. Warum ich mir vorkomme wie ein kleines grünes Marsmännchen. Warum ich unglücklich bin, wenn ich nicht laut lachen darf. Warum ich so hibbelig bin, dauernd mit den Füß0en zappel. Abends nicht einschlafen kann. Mir 10 Millionen Gedanken gleichzeitig durch den Kopf gehen. Ich mich fühle als wäre eine riesige Sehnsucht in mir, aber ich weiß nicht nach was. Und ich will ihr nachgeben, hinlaufen wo auch immer sie mich hintreibt, aber ich weiß ja nichtmal, was sie mir eigentlich sagt...
Warum ich mich nur konzentrieren kann, wenn ich esse, oder rumkritzel, oder irgend was anderes noch nebenher mache. Wenn ich 5 Sachen gleichzeitig mache, dann fühle ich mich gut... auf eine Sache konzentrieren müssen, und ich werd wahnsinnig.

Vielleicht würde es auch erklären, warum ich so empfindsam bin. Einfühlsam. Warum ich Dinge "riechen" kann, die andere nichtmal merken wenn sie einen überfallen. Warum ich kreativ bin, 1000 richtig geniale Ideen habe (aber auch alles anfange und nix fertig kriege). Warum ich unkaputtbar bin. Aber warum ich auch todunglücklich bin, keine oder kaum Freunde habe. Warum ich so schnell gelangweilt bin. Mich so leicht ablenken lasse. Nicht weiß was ich eigentlich will (nicht Fisch, nicht Fleisch), mir nicht vorstellen kann, irgendwas mein Leben lang zu machen.
Warum die Welt um mich herum schwarzweiß ist, und nur ich bin bunt und strahlend. Warum ich immer will, dass die anderen auch so strahlen.

Und dabei ihnen doch nur auf die Nerven gehe. Warum Menschen mich hassen obwohl sie mich gerade mal 5 Minuten gesehen haben. Aber auch, warum ich Sachen schon kapiert habe bevor alle anderen überhaupt das Thema um das es grade geht mitbekommen haben

Und vor allem, warum ich jetzt im Job solche Probleme habe. Mein Chef zu mir sagt, er weiß nciht, ob er meinen Vertrag verlängern soll, weil ich zwar super Arbeit leiste, aber "es halt auch auf das Menschliche ankommt". Mann, was hat mich das getroffen. Ich wäre "raumgreifend", zu laut, ständig präsent, würde andere vom Arbeiten abhalten und sie könnten sich nicht mehr konzentrieren usw... das hat so weh getan, vor allem weil mir a) niemand was gesagt hat und b) ich mich doch schon so zusammengerissen hab, weil ich mein Problem ja kenne!! Wenn das Zusammenreißen nix bringt... ich zieh mich jetzt nur noch in ein Schneckenhaus zurück. Meine liebe Zimmerkollegin und Freundin meinte, ich wär jetzt viel ruhiger. Aber um welchen Preis? Ich bin todunglücklich.. wenn ich nicht lachen kann, wenn ich leise sein muss, wenn ich Angst haben muss andere zu stören, mich dauernd drauf konzentrieren muss, nicht zu reden. Das macht mich so wahnsinnig fertig!


Ich dachte immer, ADHS haben nur Kinder. Bis ich von mehreren Erwachsenen gehört habe, die z.T. erst im Erwachsenenalter ihre Diagnose erhalten haben. Das macht Mut und gibt Hoffnung. Es macht aber auch Angst.

Ich glaube, ich wünsche mir trotzdem eine Diagnose. Ich wünsche es mir, weil ich dann weiß, dass ich nicht einfach scheiße bin, sondern dass cih nichts dafür kann. Dass ich WIRKLICH anders bin, mich nicht nur so fühle. Und dass ich trotz aller Andersartigkeit auch BESONDERS bin, Dinge kann, für die andere mich mal beneiden sollten Augenzwinkern
Ich wünsche mir, Medikamente nehmen zu können, die mir helfen meine Probleme im Job in den Griff zu kriegen, damit ich meine Arbeit behalten kann und nciht mehr alle nerve, wo ich sie doch gar nicht nerven will.
Ich will eine Beruhigung, dass ich mich wieder mögen darf, dass ich vielleicht auch stolz auf mich sein darf, weil ich mein Studium geschafft habe usw.

Sämtliche Fragebögen zu ADS bis auf ein paar einzelne Fragen sind bei mir total extrem ausgefallen.
Ich merke, dass ich so hoffe, dass es eine Diagnose gibt. Weil ich in der Diagnose ein Licht sehe. Ein Licht, mir helfen lassen zu können und dann auch nach und nach lernen kann, mein Verhalten anzupassen, in den Griff zu kriegen ohne dabei unglücklich oder überfordert zu sein.

Lieber hab ich ADHS als die Gewissheit, wieder nicht zu wissen was ich noch tun soll, um endlich akzeptiert zu werden, und gleichzeitig ich selbst sein zu können.

Ich habe nur so Angst, dass das noch ewig dauert, bis man mir helfen kann, und ich bis dahin meinen Job verloren habe unglücklich

10.9.07 17:31

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